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SCB 4 mit klarem Sieg

Durisch Luc 01.06.2014

Spielbericht FC Aesch v SC Binningen, 5. Liga (25.5.2014, 17:00)

Startaufstellung: Pellegrino – Jafari – Schmid – Sürün – Osoy A. – Frey – Schober – Hettlinger – Osoy S. – Staehelin – Argüz

Bank: Stübchen, Alijovski, Morina , Lacava, Würsch, Negash, Gültekin

Wer glaubt, er habe in den letzten Tagen einen Geist übers Spiegelfeld huschen sehen, der irrt, denn der Wolfsburger Bundesligaprofi Timm Klose stand tatsächlich mit den Spielern der 4. Mannschaft auf dem Trainingsplatz, nachdem er schon am Sonntag zuvor deren unglückliche Niederlage gegen Soleita Hofstetten live miterlebte. Timm war mit viel Witz und Elan bei der Sache, obschon der Leistungskontrast nicht grösser hätte ausfallen können. Natürlich wollte unser Präsident Jürg sofort die nötigen Formalitäten in die Gänge leiten um den Übertritt zu realisieren…

Nachdem er der Mannschaft dann fürs anstehende Spiel gegen Aesch noch viel Glück wünschte, machte sich Timm auf den Weg und versprach wieder einmal dabei zu sein, sollte es sein Pensum erlauben. Wir wünschen auf diesem Weg ebenso viel Glück für die nächste Saison.

Einige Tage später, genauer gesagt am Sonntag um 15.45, versammelte sich auf dem Sportplatz Löhrenacker in Aesch eine 18 Mann starke Truppe, begleitet von der üblichen Schar getreuer Supporter, die allesamt gewillt waren, die Schmach vom Hinspiel vergessen zu machen, denn die Aescher erdreisteten sich in der Hinrunde  drei Punkte vom Spiegelfeld mitzunehmen, ohne dabei brilliert zu haben. Das Spiel endete damals 0:1.

Schon beim Warmmachen wurde klar, dass es um mehr als nur den sprichwörtlichen Blumentopf geht, denn die Aescher wollten uns von den 10 Bällen in ihrem Säckchen bloss deren 3 überlassen. Na dann… Der FC Aesch, seinerseits Tabellendritter macht sich noch berechtigt Hoffnungen auf eine Promotion in die 4. Liga, sollte die Soleita aus Hofstetten tatsächlich auf den Aufstieg verzichten. Dieser Umstand verlieh dem Spiel also dennoch einen gewissen Wettkampfcharakter. Nachdem die Junioren ihr Spiel auf dem Hauptfeld beendet hatten, bat Schiedsrichter XY bereits leicht ungeduldig die beiden Mannschaften zur Seitenlinie um gemeinsam einzulaufen. Ein Einschiessen war also nicht mehr drin, denn Tore standen auf dem Nebenplatz keine.

Der deutsche Schiedsrichter pfiff also an und von Beginn weg war zu spüren, dass die Aescher an diesem Sonntag definitiv zu knacken waren. Der SCB riss schnell das Spieldiktat an sich und vermochte den Ball mehrheitlich in den eigenen Reihen zu halten. Die Abwehr war zwar einmal mehr ungewohnt besetzt, da Ali Osoy von Beginn den rechten Aussenverteidiger gab und auf links Ali Jafari für den verletzten Mehmet Inkaya agierte, liess jedoch nicht sonderlich viel zu, selbst dann nicht, als der FC Aesch nach rund 10 Minuten etwas besser ins Spiel gefunden hatte.

Nach nur wenigen Minuten musste im Mittelfeld leider schon die erste Umstellung vorgenommen werden, denn der Oberschenkel von Marigno Hettlinger verweigerte den Dienst. In der Folge rückte Salman Osoy vom Flügel ins zentrale Mittelfeld und wurde seinerseits von Robiel ersetzt. Der eritreische Neuzugang liess fortan keine Chance verstreichen um seine Gegenspieler auf der linken Aussenseite mit Tricksereien zu demütigen. Es ging dann auch nicht lange bis Alexander Staehelin, seines Zeichens Dienstältester, ihn etwas zurechtweisen musste, ob dem Spielstand unpassenden Spielstil.

Im Zentrum fand Dominik Schober jeweils sehr viel Platz vor um das eine oder andere mal die beiden Offensivkräfte Staehelin und Argüz zu lancieren, dies jedoch vorerst ohne Erfolg.

Nach etwas mehr als 24 Minuten zwang der Abwehrchef der Aescher den Unparteiischen dann dazu auf den Punkt zu zeigen, nachdem die Aescher Nummer 6 ein steiles Anspiel auf Staehelin nur ungenügend gegen aussen ablenken konnte und sich anschliessend etwas unglücklich am Trikot des Binninger Stossstürmers vergriff. Beim anschliessenden Versuch das Score zu eröffnen scheiterte sein Binninger Sturmpartner Argüz jedoch kläglich, denn dessen schwach getretenen Elfmeterschuss konnte der gegnerische Torwart behändigen.

Die unglückliche Aktion schien den Aeschern etwas Auftrieb zu geben, doch deren Angriffe versandeten meistens irgendwo in den Füssen von Schmid oder Sürün, welche in der Innenverteidigung nichts anbrennen liessen und sich im Gegenteil noch einige Male offensiv einschalten sollten. So war es auch Serdar, der mit einem guten öffnenden Pass Jafari hoch auf links anspielte und die nächste gefährlich Attacke auslöste. Mit einem schönen Chip spielte Jafari auf Staehelin, der den Ball in vollem Lauf mit der Brust annahm und denn Ball dann in die Spitze spielte, wo Turan Argüz seinem Gegner enteilte und mit einem präzisen Flachschuss doch noch vor der Pause das 0:1 erzielte.

Das Spiel wurde nun etwas ruppiger, nicht zuletzt weil die Aescher Nummer 10 immer wieder sehr physisch in Erscheinung trat, was nicht zuletzt Serdar dazu bewog, dem Schiedsrichter die Meinung zu geigen. Die dumme gelbe Karte blieb jedoch ohne Konsequenzen.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es einen Moment, bis die beiden Mannschaften wieder auf Betriebstemperatur fanden, aber als es dann soweit war, da legten insbesondere die Binninger ordentlich zu. Der Jungspund Negash leitete mit einem herrlichen Seitenwechsel über 30 Meter auf den stark aufspielenden Staehelin den nächsten erfolgreichen Angriff ein. Die Nummer 17 lancierte dann Frey über rechts, welcher direkt aufs Tor zog und im letzten Moment uneigenützig in die Mitte spielte, wo Argüz nur noch einzuschieben brauchte.

Kurz darauf war dann wiederum Schober am Ausgangspunkt zum nächsten Tor, als die SCB Offensive in corpore an den gegnerischen  16er aufgeschlossen und er aus  guter Position zum Abschluss kommt. Zwar konnte der Torwart den Schuss parieren, jedoch reagierte erneut Argüz am schnellsten und schnibbelte den Ball zum 0:3 in Maschen. Es sollte eine seiner letzten Aktionen gewesen sein, denn in  der 63. Minute wurde er durch Lacava ersetzt. Ebenso kam dann Florian Stübchen, welcher eigentlich von Beginn weg eingeplant war, zum Einsatz. Ein kleiner Trainingsunfall verhinderte zwar einen längeren Einsatz, aber einmal lanciert ist der junge Deutsche wirklich nur schwer zu stoppen. In der 71. Minute nahm Stübchen einen schönen Ball von Jafari mit auf die Reise, zog vorbei an Freund und Feind und schloss danach abgezockt zum 0:4 ab.

Das Spiel schien zwar entschieden, jedoch vermochten die Binninger durch eine geschickte Wechseltaktik die komplette Bank einzuwechseln und profitierten von den frischen Kräften. Den schönen Pass von Schober in der 80. Minute vermochte der ansonsten eher für seinen Inzaghi-Spielstil bekannte Lacava zu erlaufen und kam mit einem Heber der Marke Sonderklasse zum nächsten Torerfolg des SCB4. Das Spiel war nun definitiv gelaufen, aber die Jungs in blau, wollten den Fuss einfach nicht mehr vom Gaspedal nehmen und so hämmerte Stübchen eine schöne Hereingabe über rechts zum sechsten und letzten Treffer des Tages ins Tor der Schwarzgelben, die sich diesen Tag sicher gänzlich anders vorgestellt hatten. Es scheint ganz so, als sei der Geist von Timm Klose doch irgendwo durch die Kabine gehuscht.